SIP 488 Not Acceptable Here – was steckt dahinter?

Der Call wird abgewiesen, bevor er klingelt – und die Fehlermeldung klingt, als wolle die Gegenseite einfach nicht. In Wahrheit ist 488 fast immer ein Medien-Problem: Die beiden Seiten werden sich über das SDP nicht einig.

Bedeutung

488 Not Acceptable Here heißt: Der Empfänger hat den INVITE verstanden und könnte den Nutzer auch erreichen – aber die im SDP angebotenen Medien-Parameter sind für ihn nicht akzeptabel (RFC 3261 §21.4.26). Die Antwort bezieht sich nur auf diese eine Request-URI („Here"), im Unterschied zu 606 Not Acceptable, das global gilt.

Typische Ursachen

Codec-Mismatch ist der Klassiker: Der Anrufer bietet z. B. nur G.729 an, die Gegenseite unterstützt nur G.711 (PCMA/PCMU). Keine Schnittmenge in der m=audio-Zeile → 488. Häufig nach Konfig-Änderungen an SBC-Codec-Listen oder bei Interconnects mit strikten Media-Profilen.

SRTP/Verschlüsselungs-Konflikt: Eine Seite verlangt RTP/SAVP (SRTP), die andere bietet nur RTP/AVP – oder umgekehrt. Auch fehlende/inkompatible a=crypto-Zeilen führen zu 488.

Unerwünschter Medientyp: Der Offer enthält Video oder T.38, die Gegenseite akzeptiert nur Audio. Manche Systeme lehnen dann den gesamten Offer ab, statt die Media-Line mit Port 0 zu beantworten.

IP-Versions- oder Adressprobleme im SDP: c=IN IP6 gegen eine reine IPv4-Gegenstelle, oder private RFC-1918-Adressen in der c-Line, die ein SBC mit strikter Policy ablehnt.

Was im Trace zu prüfen ist

1. Das SDP des INVITE ansehen: Welche Payload-Types stehen in m=audio? Welches Transportprofil (RTP/AVP vs. RTP/SAVP)?
2. Die 488-Antwort auf Warning-Header prüfen – z. B. Warning: 304 … "Media type not available" oder 305 "Incompatible media format" verraten oft die konkrete Ablehnungsursache.
3. Reason-Header auswerten: Q.850;cause=88 („Incompatible destination") bestätigt das Medien-Problem auf ISUP-Ebene.
4. Bei Multi-Hop-Szenarien: Kommt das 488 vom Endgerät oder von einem SBC dazwischen? Der sendende Hop grenzt ein, wessen Policy zuschlägt.
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Lösungsansätze

Codec-Listen beider Seiten abgleichen und eine gemeinsame Schnittmenge sicherstellen (bei deutschen Trunks ist G.711a/PCMA der sichere Standard). Bei SRTP-Konflikten das Transportprofil harmonisieren oder am SBC ein Media-Profil mit Fallback konfigurieren. Transcoding am SBC ist die letzte Option – es löst den 488, kostet aber Ressourcen und Sprachqualität.

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